Die Wyssa ist die wohl spektakulärste der insgesamt zehn Suonen im Gredetschtal. Stellenweise wurde das Wasser entlang steiler Felswände in Holzkanälen («Chännel») geführt. Die rund 7 Kilometer lange Wyssa wird bereits im Jahr 1462 erwähnt.
«Der Wasservogt wurde bestimmt. Da die Arbeit oft sehr gefährlich war und immer wieder jemand an den Felsen abstürzte und ums Leben kam, war diese Funktion bei der Wyssa nicht unbedingt beliebt.»
Das Wasser für die Suonen wurde meist aus Gletscherbächen oder Flüssen abgeleitet. Dabei war ein sehr geringes Gefälle wichtig, damit das Wasser gleichmässig und nicht zu schnell floss. In flacherem Gelände grub man einfache Gräben in den Boden, durch die das Wasser seinem Ziel entgegenfloss.In Wäldern, wo der Boden meist ziemlich wasserdurchlässig ist, wurde das Wasser früher durch Holzkanäle geleitet. Diese wurden später teilweise durch Beton- oder Metallkanäle ersetzt.
In felsigem Gelände und an steilen Felswänden wurde die Suone direkt in den Stein geschlagen oder das Wasser in Kanälen («Chännel») entlang der Felsen geführt. Dazu schlug man 15 bis 30 Zentimeter tiefe Löcher, sogenannte «Toggenlöcher», in den Fels. Darin wurden Balken, die «Toggen», verkeilt. War der erste Tragbalken angebracht, konnte das Brett nachgeschoben und die Arbeit am Fels fortgesetzt werden.