Blickpunkt

«Wässerwasser» - ein kostbares Gut

Xaver Nanzer beim Wässern mit der «Wasserhouwwa».
Xaver Nanzer beim Wässern mit der «Wasserhouwwa».

Um gute Wiesen und genügend Futter für das Vieh zu erhalten, war das Wässern unerlässlich. Deshalb wurde während trockener Zeiten Tag und Nacht gewässert und die Nutzung des kostbaren Wassers streng geregelt. 

«Die Kunst beim Wässern ist, dass das Wasser gleichmässig auf den Wiesen verteilt wird.»

Xaver Nanzer, Landwirt im Nebenerwerb

Die Suonen verlaufen meist oberhalb der Mähwiesen. Um das Wasser auf eine Wiese zu leiten, wurde es mit einem quer in die Suone gestellten Brett oder mit Steinen gestaut. Andernorts öffnete man einfach den Rand der Suone. Das Wasser trat über und verteilte sich über die Wiese. Für eine gezieltere Verteilung wurde es in kleine Kanäle, sogenannte «Schrapfa», geleitet. Auch kleine Schleusen kamen dabei zum Einsatz.

Der Weiler Bodme oberhalb von Mund.
Der Weiler Bodme oberhalb von Mund.

Das Wässern erforderte viel Erfahrung. Wichtig war, dass die Wiese genügend, aber nicht zu viel Wasser erhielt, da eine Überwässerung zu Erdrutschen führen konnte. Das am unteren Ende der Wiese abfliessende Wasser wurde «Zettwasser» genannt und in sogenannten Zettkanälen aufgefangen und weitergeleitet.

Suonen bringen wertvolle Mineralien

Der Grossteil der Suonen wird von Gebirgs- oder Gletscherbächen gespeist. Das Wasser ist daher einerseits sehr kalt, enthält andererseits aber auch viele Mineralstoffe. Da die Suonen oft offen verlaufen, kann sich das Wasser an der Sonne etwas erwärmen. Dies ist für die Wiesen von grosser Bedeutung, da zu kaltes Wasser für das Gras ungünstig ist.

Xaver Nanzer beim Wässern in seiner Freizeit.
Xaver Nanzer beim Wässern in seiner Freizeit.