Blatten liegt auf rund 1'327 m ü. M. und wurde 1231 erstmals urkundlich als «Platon» erwähnt. Der Name leitet sich vermutlich von den felsigen Platten ab, auf denen das Dorf errichtet wurde. Wie viele Dörfer im Oberwallis entstand auch Blatten an einem Ort, dessen Böden für die Landwirtschaft nur bedingt geeignet waren. Die ertragreicheren Flächen konnten dadurch für die landwirtschaftliche Nutzung freigehalten werden.
Der heutige Dorfkern von Blatten ist geprägt von charakteristischen Holzbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. «Wohnhiischi», «Stadul», «Spiicher», Stall und «Schiir» waren eigenständige Gebäude, die im landwirtschaftlichen Alltag der Bergbauernfamilien jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllten. Die Gebäude waren häufig im gemeinsamen Besitz mehrerer Familien. Da ihre Errichtung aufwendig und kostspielig war, teilten sich die Familien die Baukosten und besassen entsprechende Anteile an den einzelnen Gebäuden. Diese wurden gemeinschaftlich oder von den verschiedenen Familien zu unterschiedlichen Zeiten genutzt.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Belalp zunehmend durch englische Alpinisten und Reisende bekannt. Mit dem Bau des Hotels Belalp in den Jahren 1856/57 setzte die touristische Entwicklung der Region ein. Bergsteiger und Naturforscher wie der irische Physiker und Naturwissenschaftler John Tyndall (1820–1893) verbrachten ab 1861 regelmässig ihre Sommer auf der Belalp. Das neu errichtete Hotel entwickelte sich zu einem beliebten Aufenthaltsort für englische und internationale Gäste.
«Als noch keine Bahn fuhr, wurden die englischen Damen mit der Trage auf den Schultern auf die Belalp getragen. Wir schüchternen Mädchen sammelten Blumen, für die noblen Damen.»
Für Blatten markierte der Bau der Strasse von Naters nach Blatten im Jahr 1934 einen wichtigen Wendepunkt. Im selben Zeitraum wurde auch das Hotel Blattner Hof im Dorf eröffnet. Damit setzte eine allmähliche Entwicklung ein, die Blatten vom Bergbauerndorf zu einem Ferienort machte. Einen weiteren wichtigen Schritt bildete die Eröffnung der ersten Luftseilbahn von Blatten auf die Belalp 1954. Sie ersetzte den beschwerlichen Aufstieg zu Fuss oder mit Saumtieren und erleichterte den Zugang zur Belalp erheblich.
Ab dem Winter 1957/58 wurde erstmals ein Winterbetrieb der Luftseilbahn aufgenommen. Damit entstand eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Wintersports und des Wintertourismus auf der Belalp. An Ostern 1964 wurde der erste Skilifts auf der Belalp in Betrieb genommen. Die Belalp entwickelte sich über die folgenden Jahrzehnte zu einer beliebten Wintersportdestination. In der Wintersaison 2024/25 verzeichnete die Belalp 206'929 Ersteintritte von Skifahrern und Snowboardern und erreichte damit einen neuen Rekord.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden am Südhang zahlreiche Ferienhäuser und Chalets. Ein markantes Beispiel ist das 1979/80 erstellte Feriendorf Tschuggen mit rund 100 Chalets. Gleichzeitig verlor die traditionelle, von Landwirtschaft, Viehhaltung und Selbstversorgung geprägte Lebensweise zunehmend an Bedeutung.